Ein erfolgreiches Studium, viele Prüfungen und unzählige Stunden der Vorbereitung liegen hinter ihnen – bei der feierlichen Zeugnisübergabe durften die Absolventinnen und Absolventen des Lehramtsstudiums ihr bestandenes Erstes Staatsexamen feiern.
Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, bleibt vor allem eines: die Freude über das Erreichte. Nach Jahren des Studiums konnten die Absolventinnen und Absolventen endlich ihr Zeugnis in den Händen halten und gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Wegbegleitern diesen wichtigen Meilenstein feiern.
Durch die beiden feierlichen Zeugnisübergaben am 7. August 2026 im Paulinum in Leipzig führte Prof. Jürgen Ronthaler. Auch der Präsident des LaSuB Patrick Schreiber war anwesend und würdigte gemeinsam mit uns die Leistungen der jungen Absolventinnen und Absolventen. Der Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich die Übergabe der Zeugnisse.
Ich durfte als Vorsitzende des Jungen Sächsischen Lehrerverbandes einige Worte an die frisch Examinierten richten. Dabei habe ich ganz bewusst einen Begriff in den Mittelpunkt gestellt, der auf einer Examensfeier gleich zwei Bedeutungen hat: Glück.
Zunächst ganz herzlichen Glückwunsch zum Examen! Diesen Erfolg haben sich die Absolventen selbst erarbeitet. Das bestandene Erste Staatsexamen ist ein großer persönlicher Erfolg und ein wichtiger Schritt auf dem Weg in den Lehrerberuf.
Gleichzeitig wollte ich aber auch die andere Seite ansprechen. Denn für manche der jungen Absolventinnen und Absolventen bedeutet der weitere Weg tatsächlich, ein wenig Glück zu brauchen. Nicht, weil sie nicht gut genug wären, sondern weil nicht alle unmittelbar eine Stelle bekommen haben.
Seit Jahren sprechen wir darüber, dass Lehrkräfte dringend gebraucht werden. Und gleichzeitig sitzen hervorragend ausgebildete Absolventinnen und Absolventen vor uns, die unterrichten möchten und dennoch nicht wissen, wie es nach ihrem erfolgreichen Studium weitergeht.
Für mich ist dabei eines ganz klar: Sie werden gebraucht. Von den Schülerinnen und Schülern, von den Kolleginnen und Kollegen und von unseren Schulen.
Ich wollte den jungen Lehrkräften deshalb vor allem eines mitgeben: Ihre berufliche Zukunft darf nicht davon abhängen, ob sie gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort eine Stelle finden. Ihre Qualifikation und ihr Engagement sind wertvoll.
„Sie haben sich für den schönsten Beruf der Welt entschieden!“
Und ich wünsche ihnen, dass sie sich diese Begeisterung auch dann bewahren, wenn der Berufsalltag manchmal herausfordernd wird.
Denn das Erste Staatsexamen ist nicht nur das Ende eines anspruchsvollen Studiums. Es ist vor allem der Beginn eines neuen Abschnitts. Vor den Absolventinnen und Absolventen liegt nun der Weg in die schulische Praxis – und damit ein Beruf, in dem sie jeden Tag etwas bewirken können.
Examenspreis für zwei Absolventinnen
Ein weiterer besonderer Moment des Abends war für mich die Verleihung des Examenspreises des Jungen Sächsischen Lehrerverbandes. Wir durften zwei Absolventinnen für ihre besonderen Leistungen auszeichnen. Es hat mich sehr gefreut, Charlotte Elgner und Charlotte Henningsen zu ihrem Erfolg gratulieren zu dürfen. Mit dem Preis in Höhe von jeweils 500 Euro wollen wir nicht nur ihre hervorragenden Leistungen würdigen, sondern auch ein Zeichen der Anerkennung setzen. Hinter einem erfolgreichen Examen stehen schließlich viel Engagement, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, über einen langen Zeitraum auf ein Ziel hinzuarbeiten.
Bei aller berechtigten Kritik an den derzeitigen Rahmenbedingungen wollte ich vor allem eines vermitteln: Lasst euch nicht entmutigen. „Bewahren Sie sich die Begeisterung, mit der Sie diesen Beruf gewählt haben.“ Genau diese Begeisterung brauchen unsere Schulen. Und genau diese jungen, gut ausgebildeten Menschen brauchen wir dort.
Als Junge Sächsischer Lehrerverband werden wir die Absolventinnen und Absolventen auf ihrem weiteren Weg begleiten. Gleichzeitig werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass ein erfolgreich abgeschlossenes Lehramtsstudium wieder selbstverständlich in den Beruf führt – und nicht vom Glück abhängt.
Am Ende dieses besonderen Tags überwog für mich aber ganz klar die Freude. Freude über bestandene Prüfungen, über persönliche Erfolge und über eine neue Generation von Lehrkräften, die ihren Weg gehen möchte.
Ich wünsche allen Absolventinnen und Absolventen von Herzen, dass sie ihre Begeisterung mitnehmen, mutig ihren Weg gehen und bald genau dort ankommen, wo sie hingehören: im Klassenzimmer.
Herzlichen Glückwunsch zum Ersten Staatsexamen!
Anne Witter
Junger SLV Vorsitzende

