Seiteneinstieg in den Lehrerberuf

Voraussetzungen

Grundvoraussetzung für den Seiteneinstieg in den Lehrerberuf in Sachsen ist ein Hochschulstudium an einer Universität, Kunst- oder Fachhochschule, das mit einem Master, Magister oder Diplom abgeschlossen wurde. Ausländische Hochschulabschlüsse, die diesen Kriterien genügen, werden ebenfalls anerkannt. Zusätzlich sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau C1 vorzuweisen.

Qualifizierung

Zur Qualifizierung von Seiteneinsteigern wurde mit dem Maßnahmenpaket „Zukunftsfähige Schule für Sachsen“ der Staatsregierung ein mehrjähriges, auf mindestens fünf Jahre ausgelegtes Qualifizierungsprogramm aufgelegt.

Mit der Einstellung an den Schulen durchlaufen Seiteneinsteiger seit dem 01.01.2017 eine intensive und für alle verpflichtende dreimonatige Einstiegsfortbildung, bei der sie noch keine Unterrichtsverpflichtung übernehmen. Dabei werden grundlegende allgemeine Aspekte zur Vorbereitung und Gestaltung des Unterrichts, zur Organisation des Schulwesens, zum Schulrecht und zu weiteren allgemeinen Themenbereichen vermittelt. Die Einstiegsfortbildung ist schulartspezifisch und regional angelegt. Sie schließt mit einer Bewährungsfeststellung ab. Unterstützung an der Schule erfahren die Seiteneinsteiger durch erfahrene Lehrkräfte und Mentoren, die ihnen ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu wesentlichen Abläufen des Schulalltages und der Unterrichtsgestaltung weitergeben.

Abhängig von ihrer individuellen Vorqualifikation und der daraus abzuleitenden Zuordnung zu einem Unterrichtsfach nach der Lehramtsprüfungsordnung I (LAPO I) setzen die Seiteneinsteiger im zweiten Qualifizierungsschritt ihre Ausbildung wie folgt fort:

Kann der universitäre Erstabschluss zwei Unterrichtsfächern für die weiterführenden allgemeinbildenden Schulen (Oberschule, Gymnasium) oder einer beruflichen Fachrichtung und einem Fach für die berufsbildenden Schulen oder einem Förderschwerpunkt und einem Fach für die Förderschulen zugeordnet werden, erfüllt der Seiteneinsteiger die Voraussetzung für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst und kann sich direkt dafür bewerben.

Wenn der universitäre Erstabschluss einem Unterrichtsfach in der gewünschten Schulart zugeordnet werden kann, muss der Seiteneinsteiger zwei Qualifizierungsschritte absolvieren, nämlich das Studium eines zweiten Faches sowie eine schulpraktische Ausbildung. Die Reihenfolge der Qualifizierungsmaßnahmen unterscheidet sich je nach Schulart.

Für eine Tätigkeit in einer Grund- oder Förderschule durchläuft der Seiteneinsteiger zuerst die wissenschaftliche Ausbildung und anschließend den Vorbereitungsdienst. In den weiterführenden Schularten (Oberschule, Gymnasium, Berufsbildende Schule) beginnt man mit einer schulpraktischen Ausbildung in seinem bereits studierten Fach bzw. der beruflichen Fachrichtung. Anschließend folgt das Studium eines zweiten Unterrichtsfaches und danach erfolgt der Vorbereitungsdienst.

Kann der universitäre Erstabschluss keinem Unterrichtsfach zugeordnet werden, muss der Seiteneinsteiger in einem berufsbegleitenden, viersemestrigen Universitätsstudium die Ausbildung von zwei Fächern absolvieren. Im Anschluss erfolgen die schulpraktische Ausbildung und der Vorbereitungsdienst.

Der Beginn eines berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes oder einer schulpraktischen Ausbildung ist jeweils zum 1. Februar oder 1. August eines Jahres möglich.

Die wissenschaftliche Ausbildungsphase findet ab dem 1. Oktober 2017 an den Universitäten in Leipzig, Dresden und Chemnitz statt.
Vorgesehen sind zwei Tage pro Woche an der Universität, an drei Wochentagen unterrichtet der Seiteneinsteiger an seiner Einsatzschule. Während dieser Zeit ist eine vertragliche Reduzierung der Arbeitsverpflichtung auf 20 Unterrichtsstunden pro Woche erforderlich. Darin enthalten sind 16 Unterrichtsstunden eigener Unterricht sowie weitere vier Unterrichtsstunden, die vom Arbeitgeber als personenbezogene Anrechnungsstunden zur Unterstützung der Studienmaßnahme gewährt werden.

Während der schulpraktischen Ausbildung bzw. des berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes finden die Lehrveranstaltungen an einem Tag pro Woche in den Lehrerausbildungsstätten des Freistaates Sachsen in Dresden, Leipzig und Chemnitz statt. Vier Wochentage sind der praktischen Tätigkeit an der Einsatzschule vorbehalten. Der Freistaat Sachsen unterstützt diesen Ausbildungsabschnitt mit zwei personenbezogenen Anrechnungsstunden. Zudem werden Anträge auf freiwillige Teilzeit befürwortet.

Bezahlung

Die individuelle tarifvertragliche Eingruppierung von Seiteneinsteigern erfolgt in Abhängigkeit von ihrer konkreten Tätigkeit an der jeweiligen Einsatzschulart und ihren bisherigen Ausbildungsabschlüssen. Die Entgelttabelle zum TV-L Lehrkräfte findest Du beim dbb unter Mitgliedschaft & Service.