Bewerbung und Einstellung in den Schuldienst

Aktuelles zur Verbeamtung

Solltest du weitere Fragen zur Verbeamtung haben, wie zum Beispiel zur Abordnung, Versetzung, Teilzeit sowie Beihilfe oder Hilfe bei Deiner Bewerbung benötigen, kannst Du uns gerne jederzeit unter kontakt@junger-slv.de oder telefonisch unter 0351/839220 kontaktieren.

Seit 2019 wird auch in Sachsen verbeamtet

Das am 11. Dezember 2018 durch den Sächsischen Landtag beschlossene Gesetz zur Umsetzung des Handlungsprogramms zur nachhaltigen Sicherung der schulischen Bildung im Freistaat Sachsen ermöglicht seit dem 01.01.2019 eine Verbeamtung von Lehrkräften bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres. Das heißt, dass ab sofort in Sachsen neue Lehrkräfte verbeamtet werden können. Hiermit ändert sich auch der Status der Referendarinnen und Referendare. Waren diese bisher in einem beamtenähnlichen Verhältnis zum Freistaat Sachsen eingestellt, können sie seit dem 01.01.2019 zum Beamtenanwärter ernannt werden. Dies bringt auch finanzielle Änderungen mit sich. Bisher mussten Referendare ganz normal Sozialversicherungsabgaben zahlen. Mit dem dann neuen Status entfallen diese, sodass der Referendar ein höheres Nettoeinkommen erzielt.

Während für die Aufnahme einer Tätigkeit in ländlichen Regionen bzw. in Mangelschularten eine Zulage für tarifbeschäftigte Junglehrer von 390 Euro gezahlt werden kann, ist ab dem 01.08.2019 ein Sonderzuschlag für Referendare im ländlichen Raum von bis zu 1.000 Euro möglich.

Mit der Umsetzung des Handlungsprogramms bekommen auch Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer in Sachsen ab 01.01.2019 eine E13/A13, sodass zukünftig für alle grundständig ausgebildeten Lehrkräfte der fünf Schularten im Freistaat die Besoldungsgruppe das Eingangsamt A13 sein wird.

Aktuelle Entwicklungen zur Umsetzung des Handlungsprogramms findest Du hier und auf unserer Facebookseite des Jungen SLV.

Was erwartet mich bei der Verbeamtung?

In folgender Tabelle haben wir Dir die wesentlichen Unterschiede zwischen Beamten und Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst kurz dargestellt:

  Tarifbeschäftigter Beamter
Absicherung

gesetzlich krankenversichert, bei Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze

Private Krankenversicherung möglich,

sowie weitere

gesetzliche Sozialversicherungen:

–          Rentenversicherung

–          Arbeitslosenversicherung

–          Unfallversicherung

–          Zusätzliche Altersversorgung durch VBL (Betriebsrente)

Beihilfe des Dienstherrn in Krankheits-, Geburts-, Pflege- und Todesfällen:

–          Beamte 50 %

–          Beamte mit zwei oder mehr berück-sichtigungsfähigen Kindern 70 %

–          Ehegatten ohne eigenen Beihilfeanspruch 70 %

–          Versorgungsempfänger, Witwe, Witwer 70 %

Für Kosten, die durch die Beihilfe nicht übernommen werden, ist eine private Kranken- und Pflegeversicherung notwendig,

gesetzliche Sozialversicherungen entfallen

Längere Erkrankung Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen durch Arbeitgeber, anschließend Krankengeldzuschuss max. bis zur 39. Woche durch die Krankenversicherung Bezügezahlung unvermindert bis zur Feststellung der Dienstunfähigkeit
Altersversorgung gesetzliche Rente + VBL Pension
Arbeitsverhältnis Arbeitsvertrag nach TV-L Ernennung auf Lebenszeit
Probezeit sechs Monate bis zu drei Jahre (Verbeamtung auf Probe), kann verkürzt werden
Teilzeit möglich nach § 11 TV-L, Pflege und Kinderbetreuung privilegiert, ggf. auch unterhälftiges Arbeitsvolumen

bis zu 50 % auf max. drei Jahre

aus privilegierten Gründen, siehe Sächsisches Beamtengesetz § 97 und 98, insbesondere Kinderbetreuung und Pflege

Verdienst

 

Entgelttabelle öffentlicher Dienst

TV Entgeltordnung-Lehrkräfte

Besoldungsordnung (SächsBesG), Besoldungstabelle + Familienzuschläge
Sonderzahlung eine Jahressonderzahlung gemäß TV-L momentan keine, aber: früherer Betrag wurde in die Besoldungstabelle integriert
Rechtsgrundlagen Tarifvertrag der Länder (TV-L), BGB Art. 33 GG, BeamtStG, SächsBG

Besoldung Beamte A13 Grundbeträge in € (ab 01.01.2018)

Stufe (Laufzeit)

3

(2 Jahre)

4

(2 Jahre)

5

(3 Jahre)

6

(3 Jahre)

7

(3 Jahre)

8

(3 Jahre)

9

(4 Jahre)

10

(4 Jahre)

11

(4 Jahre)

12

(4 Jahre)

3943,54 4129,47 4315,41 4501,36 4687,33 4811,29 4935,27 5059,21 5183,22 5366,63*

Familienzuschläge: verheiratet: 138,18 €; 1. Kind: 152,69 €; 2. Kind: 152,69 €; jedes weitere Kind: 402,59 €. 
*Ab dem 01.10.2018 erhalten Beamte nach einer Laufzeit von fünf Jahren in der Endstufe einen monatlichen Zuschlag von 1,03 Prozent ihres Grundgehalts.

Entgelt Tarifbeschäftigte E13 Grundbeträge in € (ab 1.10.2018)

Stufe (Laufzeit)

1

(1 Jahr*)

2

(2 Jahre)

3

(3 Jahre)

4

(4 Jahre)

5

(5 Jahre)

6

(6 Jahre)

3672,02 4075,76 4293,17 4715,55 5299,43 5458,41

*bei vollständig ausgebildeten Lehrkräften mit Vorbereitungsdienst/Referendariat verkürzt auf ein halbes Jahr.

Was genau ist die Versorgung?

In der Regel handelt es sich hierbei um die Altersversorgung, die im Volksmund auch Pension genannt wird. Die dafür erforderliche Altersgrenze erreicht man nach heutigem Stand mit 67 Jahren oder auf Antrag mit 63 Jahren. Zusätzlich kann der Versorgungsfall eines Beamten auch durch verschiedene andere Ereignisse eintreten, wie zum Beispiel der Tod (Hinterbliebenenversorgung) oder eine dauerhafte Dienstunfähigkeit.

Für die Berechnung der Pension sind somit die ruhegehaltsfähige Dienstzeit (max. 40 Jahre) und die letzten ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge, bestehend aus dem Grundbezug, dem Familienzuschlag und sonstigen, ruhegehaltsfähigen Bezügebestandteilen, maßgeblich.

Der zur weiteren Berechnung benötigte Ruhegehaltssatz kann ganz unkompliziert mit Hilfe des gesetzlich festgelegten Steigerungssatzes von 1,79375 bestimmt werden. Hierfür wird die ruhegehaltsfähige Dienstzeit mit dem Steigerungssatz multipliziert. Daraus ergibt sich der Ruhegehaltssatz. Dieser ist begrenzt auf  maximal 71,75 % der letzten ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge.

Beispiel:

Du hast 35/45 Jahre als Beamter für den Freistaat Sachsen gearbeitet.

35,00 Jahre * 1,79375 = 62,78 %

45,00 Jahre *1,79375 = 80,72 % -> max. 71,75 %

Nun werden die letzten ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge mit dem berechneten Ruhegehaltssatz multipliziert. Das ergibt das (erdiente = erarbeitete) Ruhegehalt.

Ruhegehaltsfähige Dienstbezüge aus der Besoldungsgruppe A 13, Endstufe, verheiratet (Stand Juli 2018)

62,78 % * 5.504,81 Euro = 3.455,92 Euro (brutto)

71,75 % * 5.504,81 Euro = 3.947,70 Euro (brutto)

Das erdiente Ruhegehalt erhöht sich ggf. um geldwerte Zuschläge aufgrund von Kindererziehungs-  und Pflegezeiten nach den Voraussetzungen der §§ 57 und 58 SächsBeamtVG.

Quelle: SMK

Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur (SBA)

Die Einstellungen von Lehrkräften werden im Rahmen von zentralen Einstellungsverfahren jeweils zum 1. Februar und 1. August des Jahres durch das Landesamt für Schule und Bildung und seine Standorte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau durchgeführt. Auch außerhalb dieser Termine sind durchaus Einstellungen möglich, im Rahmen des Programms Unterrichtsversorgung oder aufgrund unbesetzter Stellen.

Einstellungen erfolgen im Rahmen der verfügbaren Stellen und Mittel auf der Grundlage der schulartspezifischen Bedarfe der Standorte. Mit Umsetzung des Maßnahmenpakets der Staatsregierung sind seit dem Schuljahr 2017/2018 auch schulstandortspezifische Bewerbungen möglich. Dazu werden vor Bewerbungsbeginn bis zu 20 Prozent aller frei werdenden und zu besetzenden Stellen schulscharf ausgeschrieben. Das heißt, an Schulen mit unbesetzten Stellen bzw. fächerspezifischem Lehrerbedarf können gezielte Einstellungen erfolgen. Das Angebot, sich im Vorfeld des regulären Einstellungsverfahrens für bestimmte Schulstandorte zu bewerben, richtet sich nur an grundständig ausgebildete Lehrkräfte, auch vor Abschluss ihrer Ausbildung. Die Veröffentlichung der Standorte der schulscharfen Ausschreibungen erfolgt unter: www.Lehrer-werden-in-Sachsen.de.

Bewerber/-innen werden aufgrund der fächerspezifischen Bedarfe ihrer Schularten sowie nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung ausgewählt. Interessenten mit ausländischen pädagogischen Abschlüssen und nichtdeutscher Muttersprache müssen in Deutsch mindestens das Niveau C1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens vorweisen. Bewerbungsformulare sind unter www.Lehrer-werden-in-Sachsen.de zu finden. Die vollständigen Bewerbungsunterlagen müssen in einer der fünf Standorte des LaSuB eingereicht werden, und zwar in der, die vom Bewerber als Erstwunsch genannt ist. Dort erfolgt die Datenerfassung für das zentral geführte Einstellungsverfahren.

Bewerberinnen und Bewerber mit Erster und Zweiter Staatsprüfung bzw. dem Abschluss Master of Education und Staatsprüfung für ein Lehramt/Höheres Lehramt bilden die Bewerbergruppe A. Diese bewirbt sich in der Regel für eine Schulart entsprechend ihrer Ausbildung. Zudem können sich

  • Lehrkräfte mit dem Lehramt an Gymnasien auch für Berufsbildende Schulen, Oberschulen, Förderschulen und Grundschulen,
  • Lehrkräfte mit dem Lehramt an berufsbildenden Schulen auch für Gymnasien, Oberschulen, Förderschulen und Grundschulen,
  • Lehrkräfte mit dem Lehramt an Mittelschulen auch für Förderschulen und Grundschulen,
  • Lehrkräfte mit dem Lehramt an Grundschulen auch für Förderschulen

bewerben.

Lehramtsabsolventen mit vollständiger Lehrerausbildung für eine andere Schulart (in der Regel Gymnasium oder berufsbildende Schule), die sich verpflichten, mindestens drei Jahre an einer sächsischen Ober- oder Grundschule zu arbeiten, haben die Zusage erhalten, dass sie im Anschluss an einer Schule der Schulart, die ihrer Ausbildung entspricht, eingesetzt werden. Im Zuge des Einstellungsverfahrens zum 1. August 2017 erhielten ausgebildete Gymnasiallehrer/-innen das Angebot einer Einstellung am Gymnasium (d. h. EG 13) bei gleichzeitiger Abordnung für drei Jahre an eine Grund-, Ober- oder Förderschule. Bezüglich des Regionalstellenbereichs besteht für Bewerberinnen und Bewerber generell die Möglichkeit, drei Einsatzwünsche anzugeben. Ein Erstwunsch ist obligatorisch. Der Interessent kann auch vermerken, dass er sich für alle fünf Regionen bewirbt. Die bewusste Wahl der Einsatzwünsche und der Einsatzregionen (Rangfolge) beeinflusst die Einstellungschancen für den jeweiligen Standort. Neben einschlägiger Berufserfahrung (mindestens sechs Monate befristet als Lehrkraft in Sachsen oder mindestens vier Jahre in einem anderen Bundesland) kann auch die Ausbildung in einem dritten ordentlichen Unterrichtsfach (nach LAPO I) die persönliche Leistungszahl, nach der die Vergabe der Stellen erfolgt, verbessern.

Das Auswahlverfahren erfolgt in der Regel erst nach Vorliegen der Noten der Zweiten Staatsprüfung. Absolventinnen und Absolventen der Lehrerausbildungsstätten im Freistaat Sachsen können mittels einer Einverständniserklärung veranlassen, dass der zuständige LaSuB-Standort das Ergebnis der Zweiten Staatsprüfung vom Referat Lehrerausbildung direkt abfragt und in das Bewerbungsverfahren einbezieht. Einstellungsangebote werden von der jeweiligen Regionalstelle des LaSuB per Mail an die ausgewählten Bewerber/-innen geschickt. Die Rückmeldung muss binnen einer Frist von zwei Tagen erfolgen. Nicht berücksichtigte Bewerber/-innen werden vom LaSuB vor Beendigung des Einstellungsverfahrens über den Ausgang ihrer Bewerbung, die nächsten Einstellungstermine und die nicht besetzten Stellen informiert. Einstellungstermine erfolgen in der Regel zu Schuljahresbeginn. Abweichend davon können insbesondere schulscharfe sowie befristete Einstellungen zur Unterrichtsversorgung auch im Laufe des Schuljahres vorgenommen werden.

Fragen zum Bewerbungsverfahren beantworten wir Euch gern per E-Mail oder telefonisch unter 0351 8392218.