Lehramtsstudium in Sachsen

Aufbau des Lehramtsstudiums in Sachsen

Lehrausbildung in Sachsen seit 2017Ein Lehramtsstudium ist sehr anspruchsvoll und stellt Euch von Semester zu Semester vor neue Herausforderungen. Die sächsischen Universitäten in Leipzig, Dresden und Chemnitz haben langjährige Erfahrungen in der Lehrerausbildung und leisten einen wichtigen Beitrag zur künftigen Qualitätssicherung schulischer Bildung und Erziehung. Bereits während des Studiums ist der Junge SLV ein kompetenter Begleiter der Lehramtsstudierenden. Wir haben ein offenes Ohr für Probleme, helfen bei ihrer Bewältigung und beraten gern mit dem Weitblick auf die Zeit nach dem Studienabschluss.

Eine Entscheidung für den ländlichen Raum mit seinen Städten und Gemeinden bietet gute Chancen auf eine Einstellung nach dem erfolgreichen Vorbereitungsdienst. Das Sachsenstipendium fördert dieses Ziel und unterstützt die Studierenden. Bereits während der Zeit an der Uni können Studierende ihre Schulpraktika in allen Teilen Sachsens absolvieren und erhalten dafür Unterstützungsangebote, z. B. durch Landkreise und Gemeinden.

TU Dresden

Circa 3.100 Studierende werden an der TU Dresden gegenwärtig für ein Lehramt an einer allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schule ausgebildet. Seit dem Wintersemester 2012/13 immatrikuliert die TU Dresden in die Lehramtsstudiengänge mit staatlichem Abschluss für

  • das Lehramt an Grundschulen,
  • das Lehramt an Mittelschulen,
  • das Höhere Lehramt an Gymnasien und
  • das Höhere Lehramt an berufsbildenden Schulen.

Neben den Studiengängen mit staatlichem Abschluss bestehen an der TU Dresden weiterhin

  • der konsekutive Master-Studiengang Höheres Lehramt an Gymnasien und
  • der konsekutive Master-Studiengang Höheres Lehramt an berufsbildenden Schulen.

Die gestuften BA-/MA-Studiengänge wurden nach und nach durch die einstufigen, schulartspezifischen Studiengänge mit staatlichem Abschluss abgelöst. Studierende in den gestuften Studiengängen genießen Vertrauensschutz und können somit ihr Studium (einschließlich Master-Studium) abschließen. Die viersemestrigen, konsekutiven Lehramts-Master-Studiengänge (Master-Studiengang Höheres Lehramt an Gymnasien und Master- Studiengang Höheres Lehramt an berufsbildenden Schulen) wurden letztmalig zum Wintersemester 2016/2017 (1. Fachsemester) angeboten. In die lehramtsbezogenen Bachelor-Studiengänge wird seit dem Wintersemester 2012/2013 nicht mehr in das 1. Fachsemester immatrikuliert.

Die reformierten Studiengänge mit staatlichem Abschluss entsprechen den Vorgaben der Lehramtsprüfungsordnung I (LAPO I vom 29.08.2012) des Freistaats Sachsen und den Standards der Lehrerbildung der KMK. Sie bewahren wesentliche Elemente der Bologna-Reform und stellen eine Weiterentwicklung der gestuften Studiengänge dar. Für die Lehrämter an Grundschulen sowie Mittelschulen verkürzte sich durch die Reform die Regelstudienzeit auf acht bzw. neun Semester.

Die schulartspezifischen Staatsexamensstudiengänge qualifizieren für die Aufnahme des Vorbereitungsdienstes (Referendariats). Sie beinhalten neben den studierten Fächern/Fachrichtungen/Grundschuldidaktiken die Bildungswissenschaften (Pädagogik, Psychologie), die Schulpraktischen Studien und den Ergänzungsbereich.

(Quelle: TU Dresden, Februar 2017)

Universität Leipzig

An der Universität Leipzig werden vier Lehrämter angeboten:

  • das Lehramt an Grundschulen
  • das Lehramt an Mittelschulen
  • das Lehramt Sonderpädagogik sowie
  • das Höhere Lehramt an Gymnasien

Ebenso wie an der TU Dresden wird auch an der Universität Leipzig seit dem Wintersemester 2012/2013 die Immatrikulation in vier modularisierte schulformspezifische Studiengänge mit dem Abschluss Erste Staatsprüfung vorgenommen. Der Studiengang Lehramt Sonderpädagogik mit dem Abschluss Erste Staatsprüfung ersetzte das Studium Lehramt für Förderschulen. Die neue Ausbildung soll inhaltlich mehr auf Integration ausgerichtet sein. Im Vergleich zu der Ausbildung im Bachelor- und Mastersystem wurden neben den neuen, differenzierten Regelstudienzeiten für die einzelnen Lehrämter auch die Fächergruppen neu geordnet. In den Staatsexamensstudiengängen sind einige Fächerkombinationen, die im polyvalenten Bachelor wählbar waren, nicht mehr möglich.

Seit dem Wintersemester 2012/2013 kann keine Immatrikulation mehr in das erste Fachsemester des polyvalenten Bachelors erfolgen. Bei entsprechend anrechenbaren Vorleistungen ist eine Immatrikulation in den polyvalenten Bachelor nur noch ab dem fünften Fachsemester aufwärts möglich. Die Regelstudienzeit für den schulformspezifischen Masterstudiengang umfasst einschließlich Masterarbeit vier Semester. Die Studienaufnahme im 1. Fachsemester ist nur zum Wintersemester möglich. Studiert werden die im Bachelorstudiengang gewählten zwei Kernfächer in Kombination mit bildungswissenschaftlichen Modulen. Die Zugangswege und -modalitäten in die Masterstudiengänge hängen davon ab, ob man Absolvent des polyvalenten Lehramtsbachelorstudienganges der Universität Leipzig ist oder ein vergleichbares lehramtsorientiertes Bachelorstudium an einer anderen Hochschule absolviert hat.

(Quelle: Universität Leipzig, Februar 2017)

Wechsel aus den BA-/MA-Studiengängen in die schulartspezifischen Staatsexamensstudiengänge

Wechseln können

  • BA-Studierende, die unter Beibehalt der Fächer generell in die neuen Staatsexamensstudiengänge wechseln möchten oder die ein neues Fach beginnen wollen,
  • Studierende, die eines der Kernfächer aufgrund einer endgültig nicht bestandenen Prüfung nicht fortführen können und ein neues Fach beginnen müssen,
  • Langzeitstudierende aus alten Lehramtsstudiengängen mit dem Abschluss Staatsprüfung.

Bei einem Wechsel vom polyvalenten Bachelor in die neuen Staatsexamensstudiengänge müssen die neuen Fächergruppen bzw. der Wegfall einiger Fächer beachtet werden.

Bewerbung

Studierende, die wechseln möchten, müssen sich genau wie alle anderen Studienanfänger über die Online-Bewerberportale der Universitäten bewerben und nehmen dann, sofern es sich um zulassungsbeschränkte Studiengänge oder -fächer handelt, am NC-Vergabeverfahren (nach Leistung und Wartezeit) teil.

Anerkennung von Leistungen

Eine Anerkennung von bereits erbrachten Studienleistungen muss beim zuständigen Prüfungsausschuss unter Vorlage der Leistungsnachweise schriftlich beantragt werden. Danach erhält der Studierende eine Bescheinigung über die Module des Staatsexamensstudiengangs enthält, die anerkannt wurden. Diese wird im Prüfungsamt vorgelegt. Mit der Anerkennung von bereits erbrachten Leistungen kann eine Einstufung in ein höheres Fachsemester erfolgen. An der TU Dresden ist eine Bewerbung für ein höheres Fachsemester ohne Vorlage einer Anrechnungsbescheinigung möglich, wenn der Bewerber mindestens ein Fach seiner bisher gewählten Fachkombination fortsetzt. Für diese Bewerber treffen die oben erwähnten Zulassungsbeschränkungen nicht zu. Nach der Neuimmatrikulation in den Staatsexamensstudiengang beantragen die Bewerber beim Zentralisierten Lehrerprüfungsamt die Anrechnung ihrer bereits erbrachten Leistungen, die sie in den neuen Studiengang übertragen lassen wollen. Sie werden dann automatisch entsprechend ihrer übertragenen Leistungen im neuen Studiengang in ein höheres Fachsemester eingestuft.

Studierende, die an die TU Dresden wechseln möchten, müssen für den Einstieg in ein höheres Fachsemester eine Anrechnungsbescheinigung vorweisen, die separat beim zuständigen Prüfungsausschuss über das Zentralisierte Lehrerprüfungsamt zu beantragen ist.

TU Chemnitz

Seit dem Wintersemester 2013/2014 kann man auch an der TU Chemnitz das Lehramt an Grundschulen studieren. Bis zu 120 Studienplätze werden dafür zur Verfügung gestellt. Mit dem Fach „Wirtschaft-Technik-Haushalt-Soziales“ bietet die TU Chemnitz ein neues Studienfach an, das es an den anderen Standorten in Sachsen nicht gibt und für das eine integrative Didaktik entwickelt wurde. Neu ist außerdem das Fach „Philosophieren mit Kindern“ (Ethik/Philosophie). Für die Verankerung von Unterrichtspraktika im Studiengang wird ein Netz von Praktikumsschulen in der Region Chemnitz aufgebaut.

Seit dem Wintersemester 2016/2017 kann das Erweiterungsfach Deutsch als Zweitsprache für die Grundschule an der TU Chemnitz studiert werden. Die TU reagiert mit diesem Angebot auf die aktuelle Situation an den Schulen, die sich durch einen zunehmenden Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund und unterschiedlichen Lerneingangsvoraussetzungen darstellt. Zugangsvoraussetzung ist die Immatrikulation Lehramt an Grundschulen (mindestens drittes Fachsemester) oder ein abgeschlossenes Studium Lehramt an Grundschulen..

(Quelle: TU Chemnitz, Februar 2017)

Mehr als 2.000 Abiturienten können sich pro Jahr an einer der sächsischen Universitäten in Leipzig, Dresden und Chemnitz für ein Lehramtsstudium immatrikulieren. Ab dem Wintersemester 2017/2018 sind in den Zielvereinbarungen mit den Hochschulen 2.375 Studienanfängerplätze vorgesehen. An der Universität Leipzig sind zurzeit mindestens 1.000 Studienplätze verfügbar, die TU Dresden nimmt 785 Lehramtsstudierende auf, an der TU Chemnitz stehen 120 Plätze bereit. Weitere 140 Plätze bieten die Musik-Hochschulen in Dresden und Leipzig an.

Angesichts des akuten Lehrermangels fordert der Sächsische Lehrerverband, dass die Universitäten bei der Zulassung zum Lehramtsstudium Auswahlverfahren und Eignungsgespräche führen, die die Ansprüche des sächsischen Abiturs und die berufliche Eignung des Bewerbers berücksichtigen. Die Universitäten treffen Auswahlentscheidungen bei der Immatrikulation zum Lehramtsstudium derzeitig nur aufgrund eines hochschulinternen Numerus clausus, wobei sächsische Bewerber mit einem anspruchsvollen Abitur benachteiligt werden. Die Folge: Nur zwei Drittel der Lehramtsstudierenden an den sächsischen Universitäten kommen aus Sachsen und möchten in der Regel anschließend hier tätig werden, obwohl sich viel mehr Landeskinder beworben hatten.

Zudem ist eine Ausweitung der Kapazitäten erforderlich. Die Zielvereinbarungen, d. h. Finanzmittel des Freistaates für die Hochschulen, die seit 2012 mit den sächsischen Universitäten getroffen wurden, orientieren sich an der Zahl der Studienanfänger. Erfolgsquoten von derzeit ca. 60 bis 80 Prozent und nachträgliche Wechsel in die Studiengänge des Lehramtes Gymnasium oder in „leichtere“ Fächerkombinationen tragen dazu bei, dass es zu wenige Absolventen für die tatsächlichen schulart- und fächerspezifischen Bedarfe gibt.