Alternativen zum 18-monatigen Vorbereitungsdienst

Neuerungen im Vorbereitungsdienst ab 2017

Vorbereitungsdienst in Teilzeit

Mit der Neufassung der Lehramtsprüfungsordnung ist es möglich geworden, den Vorbereitungsdienst auch im Teilzeitverhältnis zu absolvieren. Er dauert somit 24 Monate. Voraussetzung ist die eigene Schwerbehinderung, die Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren oder die Pflege eines entsprechend bedürftigen Angehörigen. Das Studium eines Erweiterungsfaches sowie die Bearbeitung einer Promotion oder Habilitation gelten ebenso als Antragsgrund. Beim Vorbereitungsdienst in Teilzeit bleiben die Lehrveranstaltungen und Prüfungen unverändert, es verringern sich aber die wöchentlich zu leistenden Hospitationen und der selbstständige Unterricht auf circa 75 Prozent. So sind beispielsweise ab dem zweiten Halbjahr 9 statt 12 Stunden selbstständiger Unterricht zu leisten.

Der Antrag auf Teilzeit muss zusammen mit dem Zulassungsantrag für den Vorbereitungsdienst eingereicht werden. Die Anwärterbezüge reduzieren sich bei diesem Ausbildungsmodell auf 75 Prozent des ursprünglichen Betrages.

Berufsbegleitender Vorbereitungsdienst

Der Vorbereitungsdienst kann auf Antrag auch berufsbegleitend absolviert werden. Zum berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst kann zugelassen werden, wer das Erste Staatsexamen absolviert hat und unbefristet an einer öffentlichen Schule in Sachsen mit mindestens der Hälfte des Regelstundenmaßes beschäftigt ist.

Eine Berufseinstiegsphase, die der Einführung in die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit unter Anleitung (begleiteter Unterricht) dient, ist im berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst nicht vorgesehen. Aus diesem Grund dauert der Vorbereitungsdienst in diesem Fall 12 Monate und schließt ebenfalls mit der Zweiten Staatsprüfung ab.

Seiteneinstieg in den Vorbereitungsdienst

Auch mit einem nicht lehramtsbezogenen Hochschulabschluss ist es im Freistaat Sachsen möglich, sich für den Vorbereitungsdienst zu bewerben. Voraussetzung ist, dass der Hochschulabschluss mindestens zwei Unterrichtsfächern oder einer beruflichen Fachrichtung und einem Fach oder einem Förderschwerpunkt und einem Fach zugeordnet werden kann und nach Inhalt und Umfang nicht wesentlich von der Ausbildung nach der Lehramtsprüfungsordnung I abweicht. Für die Bewerbung in den Vorbereitungsdienst ohne lehramtsbezogenen Hochschulabschluss gelten die allgemeinen Ausführungen zu der Bewerbung für den Vorbereitungsdienst.

Verkürzung der Ausbildung

Der Vorbereitungsdienst kann unter Anrechnung von Zeiten einschlägiger Berufspraxis um ein Halbjahr verkürzt werden. Voraussetzungen sind eine selbstständige Lehrtätigkeit von mindestens 50 Prozent zu einer in Vollzeit beschäftigten Lehrkraft und der Einsatz in der adäquaten Schulart.

Verlängerung der Ausbildung

Auf Antrag des Schulleiters kann der Vorbereitungsdienst einmal um ein Halbjahr (bei Teilzeit acht Monate) verlängert werden, wenn es nicht möglich ist, dass ein selbstständiger Lehrauftrag erteilt wird.

Bewährung im Praxistest

Der Sächsische Lehrerverband hat mit der Halbierung der Referendariatszeit von 24 auf zwölf Monate im Jahr 2012 vor möglichen Qualitätseinschnitten in der Lehrerausbildung gewarnt. Er begrüßt deshalb die Verlängerung des Vorbereitungsdienstes auf 18 Monate ab 2017. Sehr aufmerksam verfolgt der SLV die neuen Modelle des berufsbegleitenden und des in Teilzeit stattfindenden Vorbereitungsdienstes hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung und auch der Anerkennung in anderen Bundesländern.

Im Interesse der Qualität sächsischer Bildung hat der Sächsische Lehrerverband klare Forderungen an die sächsische Landespolitik:

  • Der Vorbereitungsdienst muss künftig an allen Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur, also auch in Zwickau, absolviert werden können, um zukünftige Lehrerinnen und Lehrer für alle Regionen und um eine ausreichende Zahl motivierter Haupt- und Fachausbildungsleiter zu gewinnen.
  • Für die Lehramtsanwärter und Studienreferendare, die ihren Vorbereitungsdienst erfolgreich abgeschlossen haben, muss es Einstellungsmöglichkeiten im Anschluss an die Ausbildung geben.
  • Die Mentoren brauchen passgenaue Angebote zur Vorbereitung auf diese Tätigkeit. Nur so können sie spezifische Kenntnisse über die Lehrerausbildung erwerben und „ihren“ Lehramtsanwärter bzw. Studienreferendar zielgerichtet unterstützen.
  • Der Sächsische Lehrerverband fordert für die Mentoren Anrechnungsstunden in aufwandsgerechter Höhe und einen Abordnungsschutz, um die Präsenz des Betreuers für die Lehramtsanwärter bzw. Studienreferendare an der Einsatzschule zu gewährleisten.

 

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