ABC für Berufseinsteiger

FAQ für den Berufseinstieg

Aller Anfang ist schwer. Gerade erst hast Du Deinen Vorbereitungsdienst erfolgreich absolviert und jetzt fängst Du als volle Lehrkraft an einer Schule an. Vor allem zu Beginn gibt es noch viele ungeklärte Fragen und unbekannte Begriffe. Mit unserem ABC für Berufseinsteiger wollen wir Dir zumindest einige der wichtigsten Begriffe erklären und Unterstützung bieten.

Abordnung

Eine Abordnung ist die vom Arbeitgeber veranlasste vorübergehende Beschäftigung bei einer anderen Dienststelle (Schule, SMK, in der Schulaufsicht, …) desselben oder eines anderen Arbeitgebers unter Fortsetzung des bestehenden Arbeitsverhältnisses. Beschäftigte können aus dienstlichen Gründen abgeordnet werden. Sollen sie außerhalb des bisherigen Arbeitsortes für länger als drei Monate abgeordnet werden, so sind sie vorher anzuhören.

Abordnungen sind auf eigenen Wunsch möglich, wenn dies auch den Interessen des Arbeitgebers entspricht. Bei Abordnungen von mehr als 12 Monaten und über das Schuljahresende hinaus wird der Lehrebezirkspersonalrat auf Antrag des Beschäftigten beteiligt.

Anrechnungen

Für die Wahrnehmung besonderer Aufgaben und den Ausgleich besonderer zeitlicher Belastungen können Anrechnungsstunden auf das Regelstundenmaß aus dem Pool der Schule gewährt werden. Zu den schulbezogenen Anrechnungen gehören:

  • Aufgaben der Schulleiter und stellvertretenden Schulleiter, Aufgaben der Fachleiter, Beratungslehrer, Betreuungslehrer, Aufgaben der Oberstufenberater an Gymnasien,
  • sonstige Leitungsaufgaben und -funktionen, Maßnahmen der Schulentwicklung,
  • Wahrnehmung besonderer unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Aufgaben.

Daneben gibt es personenbezogene Anrechnungen vom Regelstundenmaß für die:

  • Tätigkeit als Fachberater, Tätigkeit als Lehrbeauftragter (Hauptausbildungsleiter, Fachausbildungsleiter, Ausbilder für Schulrecht im Vorbereitungsdienst) oder Lehrkraft im Rahmen eines Mentorates im Vorbereitungsdienst oder in der schulpraktischen Ausbildung für Seiteneinsteiger,
  • berufsbegleitende wissenschaftliche oder schulpraktische Ausbildung, berufsbegleitender Vorbereitungsdienst,
  • Mitgliedschaft oder Leitung in einer Lehrplankommission, Mitgliedschaft oder Leitung in einem Aufgabenauswahlausschuss des SMK,
  • Teilabordnung an eine andere Schule, Behörde oder sonstige Einrichtung des SMK.

Ermäßigungsstunden kann man aufgrund seines Alters oder einer Schwerbehinderung erhalten.

Arbeitsvertrag

Für beschäftigte Lehrkräfte mit einem Arbeitsvertrag zum Freistaat Sachsen gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L), da Sachsen Mitglied in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist. Ein Arbeitsvertrag kommt nur schriftlich zustande, nicht mündlich. Grundsätzlich gibt es sechs Monate Probezeit. In dieser kann der Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsende gekündigt werden. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie der TV-L zur Anwendung kommt:

Die beschäftigte Lehrkraft ist Mitglied einer der vertragsschließenden Gewerkschaften, z. B. des SLV/dbb beamtenbund und tarifunion. Infolge der Gewerkschaftszugehörigkeit gilt der TV-L für das Arbeitsvertragsverhältnis der Lehrkraft mit dem Freistaat Sachsen.

Ist der Beschäftigte kein Gewerkschaftsmitglied, müssen die durch den TV-L geregelten Vertragsbedingungen durch eine individualvertragliche Inbezugnahmeklausel in das einzelne Arbeitsvertragsverhältnis transportiert werden. Dies erfolgt regelmäßig, da der Freistaat Sachsen nicht nach der Gewerkschaftszugehörigkeit fragen darf.

Arbeitszeit

Die jeweilige Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft ergibt sich aus dem Regel-(Pflicht-)stundenmaß abzüglich Anrechnungen, Ermäßigungen, Freistellungen und sonstigen Minderungen.

(1)Verminderung um 1 Stunde bei mindestens 6 Stunden Einsatz in der Oberstufe (Kurssystem); Verminderung um 2 Stunden bei mindestens 9 Stunden Einsatz in der Oberstufe (Kurssystem)
(2)Lehrkräfte an Förderschulen
(3)Fachlehrer an Förderschulen
(4)Lehrkräfte, die ausschließlich theoretischen Unterricht erteilen
(5)Lehrkräfte, die theoretischen und fachpraktischen Unterricht erteilen
(6)Lehrkräfte, die fachpraktischen Unterricht erteilen

Die tatsächliche Arbeitszeit einer Lehrkraft geht über die Pflichtstunden hinaus. Unterrichtsvor- und -nachbereitung, das Korrigieren von Klassenarbeiten, Elterngespräche, Ganztagsangebote und Verwaltungsaufgaben summieren sich im Durchschnitt auf über 50 Stunden pro Schulwoche.

Nach dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung ist es ab dem Schuljahr 2017/18 möglich, zeitlich befristet über das vertragliche Arbeitsvolumen hinaus zu arbeiten und dafür ein anteiliges Tabellenentgelt zu erhalten.

Aufgaben einer Lehrkraft

Die Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern differenzieren sich nach

  • teilbaren allgemeinen Aufgaben: Dazu gehören die Unterrichtsverpflichtung sowie Vor- und Nachbereitung.
  • unteilbaren allgemeinen Aufgaben, wie z. B. Dienstberatungen, Konferenzen, eigene Fort- und Weiterbildungen
  • nach Möglichkeit teilbaren Aufgaben: Dazu zählen u. a. Aufsichten, Mehrarbeitsunterrichtsstunden, Vertretungen, Verwaltungsarbeiten, Projekttage, Praktika, die Zusammenarbeit mit Schülern und Eltern, Klassenlehrertätigkeit, Schulfahrten, Schulprüfungen, Prüfungskorrekturen oder Schulveranstaltungen

Soweit die Lehrkräfte nicht Unterrichtsverpflichtungen oder andere dienstliche Verpflichtungen zu bestimmten Zeiten wahrzunehmen haben, sind sie in der Erfüllung ihrer Aufgaben zeitlich nicht gebunden. Die jeweilige Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft ergibt sich aus dem Regelstundenmaß abzüglich Ermäßigungen, Anrechnungen, Freistellungen und sonstigen Verminderungen. Lehrkräfte können durch die Schulleitung, soweit sie während der allgemeinen Unterrichtszeit nicht im Unterricht eingesetzt sind, im Rahmen des Zumutbaren mit anderen schulischen Aufgaben betraut werden. Im Einzelfall können sie verpflichtet werden, sich für die Wahrnehmung von Aufgaben, insbesondere von kurzfristig notwendigem Vertretungsunterricht, bereitzuhalten.

Bezügemitteilung

Bezügemitteilungen dienen als Bescheinigung zum Nachweis laufender Einnahmen. Auf der Vorderseite der Bezügemitteilung findet sich das Geschäftszeichen der Bezügestelle. Das Geschäftszeichen beinhaltet die Sachbearbeiternummer des zuständigen Sachbearbeiters und die Personalnummer. Diese Daten müssen bei Anfragen und beim Übersenden von Unterlagen unbedingt angegeben werden, damit eine zügige und richtige Zuordnung erfolgen kann.

Die Bezügemitteilung enthält neben den Angaben zu Entgelt-/Besoldungs-, Lohnsteuer- und Sozialversicherungsmerkmalen eine Aufgliederung der Bezüge. Unter Beachtung der Abzüge ist der zu zahlende Betrag ausgewiesen. Ihre Bankverbindung ist ebenfalls auf der Vorderseite der Bezügemitteilung vermerkt. Bezügemitteilungen werden nur in Monaten erteilt, in denen sich eine Änderung der regelmäßigen Bezüge ergibt. Der Beschäftigte muss seine Bezügemitteilung prüfen.

Weitere wichtige Informationen und Hinweise stehen auf der Rückseite der Bezügemitteilung. Diese können allgemeiner Art sein, wie z. B. ein Rückforderungsvorbehalt für bestimmte Bezügebestandteile, oder spezielle Angaben für den Zahlungsmonat (z. B. Korrekturen zu vorangegangenen Zahlungen u. a.) enthalten.

Wichtig ist es zu beachten: Als Arbeitnehmer hast Du eine Mitwirkungspflicht! Bitte prüfe deshalb die Angaben in Deiner Bezügemitteilung jedes Mal auf Richtigkeit und Vollständigkeit und unterrichte Deinen zuständigen Sachbearbeiter sofort, wenn

  • Du in der Bezügemitteilung Unstimmigkeiten feststellst oder vermutest,
  • der nach der Bezügemitteilung auszuzahlende Betrag Deinem Konto nicht gutgeschrieben wurde oder
  • eine Änderung, die Du der Bezügestelle oder Deiner Personal verwaltenden Dienststelle mitgeteilt hast (Anschriftenänderung, Änderung in den Familienverhältnissen, Änderung der Bankverbindung u. a.), auch nach einer angemessenen Zeit (übernächster Zahltag) nicht berücksichtigt wurde.

(Quelle: Landesamt für Steuern und Finanzen)

Eingruppierung

Die Zuordnung zu einer Entgeltgruppe des Tarifvertrages über die Eingruppierung und die Entgeltordnung für Lehrkräfte erfolgt bei Lehrkräften mit vollständiger Ausbildung nach bundesdeutschem Recht unter Verweis auf den Beamtenbereich des jeweiligen Bundeslandes. Jedes Bundesland hat für seine Beamten eigene Besoldungsordnungen, in denen die Besoldungsgruppen für Lehrkräfte festgelegt sind. Seit der Föderalismusreform haben sich auch in den beamtenrechtlichen Regelungen Unterschiede zwischen den Bundesländern entwickelt.

Mit der Umsetzung des Maßnahmenpakets „Zukunftsfähige Schule für Sachsen“ vom Oktober 2016 können Berufseinsteiger/-innen tarifliche Zulagen erhalten. Das heißt, voll ausgebildeten Lehrkräften, die sich bereit erklären, in Regionen bzw. an Standorten in Sachsen mit einem akuten Lehrermangel hinsichtlich bestimmter Fächer und/oder Schularten zu arbeiten, können bis zu zwei Erfahrungsstufen ihrer Entgeltgruppe vorweg gewährt werden.

Einstiegsgehälter 2017 (Stufe 1):

Grundschule (EG 11):
3.128 Euro
mit Zulage 3.690 Euro

Oberschule, Förderschule, Gymnasium,
Berufsschule (EG 13):
3.587 Euro
mit Zulage 4.194 Euro

Eingruppierung von sächsischen Lehrkräften mit vollständiger Lehrerausbildung für die jeweilige Schulart nach bundesdeutschem Recht

Grundeingruppierung Aufstieg nach

Grundschullehrer

 

EG 11

EG 13

(Fachberater)

Oberschullehrer EG 13

EG 14

(Fachberater)

Förderschullehrer

 

EG 13

EG 14

(Fachberater)

Gymnasiallehrer

EG 13

 

EG 14

(Fachleiter, Fachberater, Oberstufenberater)

Berufsschullehrer

EG 13

 

EG 14

(Fachleiter, Fachberater)

 

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Wenn ein Arbeitnehmer durch Krankheit arbeitsunfähig wird, ohne dass ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Der Arbeitgeber zahlt für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Es besteht eine hundertprozentige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Der Beschäftigte ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen.

Der Begriff der „Karenztage“ ist ein umgangssprachlicher, der so nicht im Entgeltfortzahlungsgesetz enthalten ist. In der Regel ist es so, dass bei Erkrankungen bis zu drei Kalendertagen („KARENZTAGE“) keine Nachweispflicht durch einen Krankenschein besteht. Vorgaben über die zulässige Häufigkeit der Inanspruchnahme von Karenztagen existieren nicht. Der Arbeitgeber ist aber berechtigt, in Einzelfällen ohne nähere Begründung die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung bereits am ersten Erkrankungstag zu verlangen.

Entgeltstufen und Entgeltgruppen

Die Lehrkraft erhält monatlich ein Tabellenentgelt. Die Höhe bestimmt sich nach der Entgeltgruppe, in die sie eingruppiert ist, und nach der Berufserfahrung, welche die für sie geltende Stufe bestimmt. Die Entgelttabelle des TV-L differenziert zwischen 15 Entgeltgruppen und innerhalb dieser zwischen sechs Erfahrungsstufen (ab dem 1. Januar 2018). Berufsanfänger starten mit der Stufe 1. Für ab dem 1. März 2009 neu eingestellte Lehrkräfte verkürzt sich die einjährige Stufenlaufzeit in der Stufe 1 um ein halbes Jahr, d. h. der Vorbereitungsdienst zählt als sechsmonatige Berufserfahrung. Die sechs Erfahrungsstufen werden anschließend durchlaufen und sollen die wachsende Berufserfahrung berücksichtigen. Die Abstände zwischen den Stufenaufstiegen sind zeitlich gestaffelt. In Stufe 1 ist man – unter Anrechnung des Vorbereitungsdienstes – ein halbes Jahr, in Stufe 2 zwei Jahre, in Stufe 3 drei Jahre, in Stufe 4 vier Jahre, in Stufe 5 fünf Jahre. Lehrkräfte mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung (Neueinstellung, Arbeitgeberwechsel) steigen direkt mit der Stufe 2 ein.

Mit der Tarifeinigung vom 17. Februar 2017 wurde eine zusätzliche Erfahrungsstufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 der Entgelttabelle etabliert. Diese sechste Erfahrungsstufe wird in zwei Schritten, zum 1. Januar 2018 und zum 1. Oktober 2018, eingeführt. Erreicht wird sie nach einer Laufzeit von fünf Jahren in der Stufe 5, d. h. in der Regel nach 4,5 Beschäftigungsjahren. In der letzten Stufe bleibt man dann zeit seines Berufslebens. Die Entgelttabelle wird im Rahmen der Tarifabschlüsse von Einkommensrunden prozentual erhöht.

Fortbildung

Lehrerinnen und Lehrer sind verpflichtet, sich regelmäßig, insbesondere in der unterrichtsfreien Zeit, in angemessenem Umfang fortzubilden. Die Verpflichtung umfasst neben der fachlichen und pädagogischen Fortbildung auch die Erweiterung der diagnostischen Fähigkeiten und der entwicklungspsychologischen Kenntnisse. Zukünftig wird der Freistaat Sachsen die Fortbildung durch eine Rechtsverordnung regeln. Qualifizierung stellt nach § 5 TV-L ein Angebot dar. Aus ihm kann für die Beschäftigten kein individueller Anspruch abgeleitet werden.

Qualifizierungsmaßnahmen sind

  • die Fortentwicklung der fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen für die übertragenen Tätigkeiten (Erhaltungsqualifizierung),
  • der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen (Fort- und Weiterbildung),
  • die Qualifizierung zur Arbeitsplatzsicherung (Qualifizierung für eine andere Tätigkeit; Umschulung) und
  • die Einarbeitung bei oder nach längerer Abwesenheit (Wiedereinstiegsqualifizierung).

Die Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme wird dokumentiert und den Beschäftigten schriftlich bestätigt. Der Sächsische Lehrerverband bietet kontinuierlich jedes Jahr Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte an. Diese sogenannten Lehrertage finden sowohl regional als auch sachsenweit statt und haben ihren festen Platz in der Fortbildung der Pädagogen. Informationen dazu finden sich bei uns unter Veranstaltungen, auf der SLV-Homepage sowie in der Neuen Sächsischen Lehrerzeitung.

Jahressonderzahlung

Im TV-L gibt es kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, dafür aber eine Jahressonderzahlung. Als Bemessungsgrundlage für die Höhe dient der Durchschnitt der Bezüge aus den Monaten Juli, August und September. Die Auszahlung erfolgt mit den regelmäßigen Bezügen zum Ende des Monats November. Die Jahressonderzahlung ist nach Entgeltgruppen gestaffelt und wird bis 2019 an das Westniveau angeglichen – damit wird eine wichtige Tarifforderung des SLV erfüllt.

Kopien an öffentlichen Schulen

Kopien in Schulen dürfen nur im Rahmen des urheberrechtlich Zulässigen hergestellt werden.

Als Faustregeln sollte man sich merken:

  • Lehrkräfte können 10 Prozent, maximal aber 20 Seiten, eines Printwerkes kopieren und bei Werken, die ab 2005 erschienen sind, einscannen.
  • Lehrerinnen und Lehrer können diese Kopien und Scans für ihren eigenen Unterrichtsgebrauch nutzen.
  • Ein Zugriff Dritter muss mit effektiven Mitteln ausgeschlossen werden.
  • Die Scans können auf verschiedenen Rechnern der Lehrkraft gespeichert werden.
  • Bei Werken, die digital angeboten werden, gelten die Lizenzbedingungen des Verlages.

(Quelle: www.schulbuchkopie.de)

Kündigung

Eine Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung an die andere Vertragspartei. Kündigungen können sowohl aus betrieblichen (Personalabbau) als auch aus persönlichen (Krankheit, Schlechtleistung, gestörtes Vertrauensverhältnis) Gründen erfolgen. Man unterscheidet die ordentliche und die außerordentliche (fristlose) Kündigung. Letztere erfordert einen wichtigen Grund, der es der kündigenden Vertragspartei unzumutbar macht, den Vertrag fortzusetzen. Diese Kündigung ist immer nur innerhalb von 14 Kalendertagen nach Eintritt des Ereignisses, welches die Kündigung begründen soll, zulässig.

Vor fristlosen Kündigungen und Kündigungen während der Probezeit ist zudem der Lehrerbezirkspersonalrat anzuhören, ansonsten ist die Kündigung unwirksam.

Vor ordentlichen Kündigungen muss der Lehrerbezirkspersonalrat zustimmen bzw. sich innerhalb seiner Beteiligungsfrist nicht äußern. Sonst ist die Kündigung unwirksam.

Wenn der Beschäftigte sein Arbeitsverhältnis kündigen möchte, gelten auch für ihn die Kündigungsfristen der ordentlichen Kündigung nach § 34 TV-L.

Maßnahmenpaket

Am 26. Oktober 2016 hat die Staatsregierung ein Maßnahmenpaket zur Lehrerversorgung mit einem finanziellen Gesamtvolumen von rund 213 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Ziel ist es, den Lehrerbedarf an Sachsens Schulen besser abzusichern und die Attraktivität des Lehrerberufs zu erhöhen. Dabei werden unter anderem höhere Einstiegsgehälter an der Oberschule und finanzielle Anreize für Lehrer in Mangelregionen und Mangelfächern eingeführt. Um ältere Lehrer länger im Schuldienst zu halten, gibt es nun die Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen und weniger Stunden zu unterrichten. Das Maßnahmenpaket sieht auch die Qualifizierung von Seiteneinsteigern vor. Die beschlossenen Änderungen sind seit 1. Januar 2017 in Kraft.

Aus Sicht des Sächsischen Lehrerverbandes setzt das Paket zur Lehrerversorgung nur dort an, wo es am meisten brennt: Verbesserungen betreffen insbesondere die Oberschulen, Grundschulen und Förderschulen. Außerdem wird der Gewinnung des Lehrernachwuchses durch veränderte Zulassungskriterien zum Hochschulstudium, eine höhere Bezahlung im Vorbereitungsdienst/Referendariat und höhere Einstiegsgehälter begegnet.

Das Eingangsamt A 13 für Lehrkräfte an Oberschulen stellt eine wesentliche Voraussetzung zur Gewinnung des Lehrernachwuchses, nicht zuletzt aus den Reihen der Absolventen einer gymnasialen Ausbildung dar. Mit der Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung von Lehrerinnen und Lehrern der Grundschulen wird Sachsen ein Plus bei den Faktoren im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs verbuchen können. Das ist zugleich ein wichtiger Schritt zur Wertschätzung dieser Lehrerinnen und Lehrer, die im Vergleich zu den Lehrkräften an anderen Schularten niedriger eingruppiert sind und die höchste Unterrichtsverpflichtung haben.

Bei der Nachwuchsgewinnung fehlt ein klares Bekenntnis zur Erweiterung der Lehrerausbildung an der TU Chemnitz auf die Lehramtsstudiengänge für Oberschulen und berufliche Schulen sowie einer Erhöhung der Kapazitäten in der Grundschullehrerausbildung.

Die Belastung im Lehrerberuf soll durch verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel einen Abordnungsschutz für über 63-Jährige und weitere Entlastungen durch Aufgabenreduzierungen gemindert werden.

Ob das Paket in seiner Gesamtwirkung den Lehrerberuf in Sachsen aufwertet, wird sich in den nächsten Einstellungsverfahren zeigen. Es wird daran gemessen, ob der Lehrermangel wirksam und nachhaltig gemindert werden kann. Eine generelle Verbesserung für alle Lehrkräfte, die den Standortnachteil der Nichtverbeamtung ausgleichen könnte, erschließt sich dem Sächsischen Lehrerverband aus dem vorliegenden Paket nicht.

Mehrarbeitsunterrichtsstunden (MAU)

Mit der Umsetzung des Maßnahmenpakets „Zukunftsfähige Schule für Sachsen“ der Staatsregierung erfolgt die Vergütung von Mehrarbeit rückwirkend zum 1.1.2017. Mehrarbeit umfasst nach dem Verständnis des Sächsischen Lehrerverbandes neben zusätzlich geleisteten Unterrichtsstunden auch weitere angewiesene Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Durchführung von Prüfungen, Prüfungsaufsicht und Prüfungsabnahmen an anderen Schulen. Mehrarbeit wird ab der ersten Stunde vergütet. Ein Freizeitausgleich erfolgt nicht, dieser bestand in der Vergangenheit meist in der Verrechnung mit ausgefallenen Stunden über bis zu fünf Monate hinweg. Schulinterne Absprachen im gegenseitigen Einvernehmen zur Unterrichtsverlegung aus dringenden persönlichen Gründen sollen aber weiterhin möglich sein. Die Schulleitung erfasst Mehrarbeit, eine Antragstellung auf Bezahlung der Mehrarbeitsvergütung ist nicht notwendig.

Laut Gesetz „wird bei angeordneter oder genehmigter Mehrarbeit für Unterrichtstätigkeit im gesamten Umfang der geleisteten Mehrarbeit ab dem 1. Januar 2017 bis zum 31. Januar 2021 statt Dienstbefreiung eine Mehrarbeitsvergütung nach den §§ 18 bis 20 der Sächsischen Erschwerniszulagen- und Mehrarbeitsvergütungsverordnung […] in der jeweils geltenden Fassung gewährt“.

Bereits nach Kenntnis des Gesetzentwurfs hatte der Sächsische Lehrerverband die Stufung nach „Einstiegsebenen“ in der Sächsischen Erschwerniszulagen- und Mehrarbeitsvergütungsverordnung kritisiert. Sie bildet nicht die reale Eingruppierung unserer Lehrkräfte ab. Daraufhin wurde die Verordnung geändert. Der vorliegende Entwurf sieht vor, dass die unterschiedlichen Staffelungen zwischen den Schularten mit Eingangsamt A 13 (Gymnasien, Oberschulen, Berufsbildende Schulen, Förderschulen) entfallen und die Lehrkräfte mit dem Abschluss für das jeweilige Lehramt den Höchstbetrag erhalten sollen. Aber auch mit dieser Änderung liegen die Stundensätze deutlich unter den anteiligen Entgelten für eine reguläre Unterrichtsstunde, einschließlich Vor- und Nachbereitung. Es ist für den Sächsischen Lehrerverband nicht nachvollziehbar, dass die Vergütung für eine Mehrarbeitsstunde geringer ausfällt als die Vergütung für eine reguläre Stunde. Außerdem befürchtet der SLV in der Anwendung der Mehrarbeitsvergütungsverordnung weitere Differenzierungen zwischen Lehrkräften, auch wenn diese in der gleichen Entgeltgruppe eingruppiert sind. Deshalb bekräftigt der Sächsische Lehrerverband seine Forderung, dass die Höhe der Mehrarbeitsvergütung anhand des tatsächlichen Tabellenentgelts berechnet wird. Das hätte den Vorteil, dass neben der realen Eingruppierung auch die sogenannten „Erfahrungsstufen“ berücksichtigt würden.

Personalrat

Nach dem Sächsischen Personalvertretungsgesetz gibt es an den Schulen örtliche Lehrerpersonalräte (ÖPR), in den Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur Lehrerbezirkspersonalräte (LBPR) und beim Sächsischen Staatsministerium für Kultus einen Lehrerhauptpersonalrat (LHPR).

Die Lehrerbezirkspersonalräte sind dafür zuständig, die Interessen der Beschäftigten gegenüber der personalverwaltenden Stelle zu vertreten. Sie werden zum Beispiel bei Einstellungen, Eingruppierungen, Höhergruppierungen, abgelehnten Teilzeitanträgen, Kündigungen und vielem anderen mehr beteiligt. Sie helfen auch bei Fragen des Beschäftigungsumfangs, Abordnungen und Versetzungen und wirken bei der Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements von Langzeiterkrankten mit. Die Bezirkspersonalräte setzen sich in den Dienststellenleiter- und Fachgruppengesprächen aktiv für die Anliegen der Beschäftigten ein. Sie begleiten Kollegen/-innen bei Personalgesprächen und versuchen, ihre berechtigten Interessen in der Regionalstelle durchzusetzen. In regelmäßigen Abständen bietet der Sächsische Lehrerverband Schulungen zu aktuellen Themen an.

Der Lehrerhauptpersonalrat im Sächsischen Staatsministerium für Kultus besitzt ausgewählte Mitbestimmungsrechte und Mitwirkungspflichten, wenn es um bestimmte Verwaltungsvorschriften oder Verordnungen des SMK geht. So sind der Einstellungserlass, die Qualifizierungsverordnung, Beurteilungsrichtlinien, die Aufstellung von Sozialplänen oder Inhalte von Personalfragebögen wichtige Themen im LHPR. Auch an den Grundsätzen zur Vergabe von Leistungsprämien, zum Verfahren für Stellenausschreibungen und zum Gesundheitsmanagement arbeitet der LHPR mit. Neben ihrer Beteiligung beim Erlass von Verordnungen und Verwaltungsvorschriften wirken die Mitglieder des Lehrerhauptpersonalrates bei der Erstellung oder Änderung von Personalentwicklungskonzepten mit.

Durch ihre tägliche Arbeit verfügen sowohl die Lehrerbezirkspersonalräte als auch die Mitglieder im Lehrerhauptpersonalrat über solide Kenntnisse im Dienst- und Tarifrecht, so dass sie als kompetente Ansprechpartner für die Lehrerinnen und Lehrern fungieren, sobald diese mit Problemen konfrontiert werden.

Die Lehrerpersonalräte (ÖPR) sind kompetente Ansprechpartner vor Ort an den Schulen. Sie haben unter anderem Mitbestimmungsrechte bei Arbeitszeitregelungen und Urlaubsplänen oder bei der Auswahl von Teilnehmern an Fortbildungsveranstaltungen auf Schulebene und bringen sich auch bei den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz ein. Zudem wirken die ÖPR bei den Grundsätzen für die Aufstellung von Dienstplänen, insbesondere für die Anordnung von Dienstbereitschaft, Mehrarbeit und Überstunden mit. Auf zahlreichen Personalversammlungen in allen Schularten beantworten Mitglieder der Lehrerbezirkspersonalräte oder des Lehrerhauptpersonalrates neben den Vertretern der Gewerkschaften auftretende Fragen und unterstützen die örtlichen Personalräte bei Problemen in der Schule.

Reisekosten

(Rechtsgrundlagen: Sächsisches Reisekostengesetz, Stand: 01.09.2013; TV-L § 23 Besondere Zahlungen)

Höhe der Wegstreckenentschädigung

Bei einem Kraftfahrzeug mit mehr als 600 ccm beträgt die

Wegstreckenentschädigung je gefahrenem Kilometer
ohne triftige Gründe 17 Cent
mit triftigen Gründen 30 Cent

Ein Dienstreisender, der Personen mitgenommen hat, die nach dem Sächsischen Reisekostengesetz oder anderen Vorschriften des Freistaates Sachsen Anspruch auf Fahrtkostenerstattung haben, erhält eine Mitnahmeentschädigung in Höhe von 2 Cent je Person und Kilometer.

Quelle: SächsRKG, § 5

Tagegeld

Wann wird Tagegeld gezahlt und in welcher Höhe?

24 Stunden 24 €
An- und Abreisetag jeweils 12 €
mehr als 8 Stunden 12 €
Unentgeltliche Verpflegung Abzug vom Tagegeld i. H. v.
Frühstück 20 %
Mittagessen 40 %
Abendessen 40 %

Tagegeld wird nicht bezahlt, wenn keine Verpflegungskosten entstehen, z. B. bei Vollpension in einer Jugendherberge. Erhält der Dienstreisende teilweise unentgeltliche Verpflegung, so wird vom Tagegeld ein bestimmter Betrag abgezogen.

Tagegeld wird nicht bezahlt, wenn keine Verpflegungskosten entstehen, z. B. bei Vollpension in einer Jugendherberge. Erhält der Dienstreisende teilweise unentgeltliche Verpflegung, so wird vom Tagegeld ein bestimmter Betrag abgezogen.

Sabbatjahr

Das Sabbatjahrmodell ist eine Form der Teilzeitarbeit mit dem Ziel, der Lehrkraft einen bezahlten Langzeiturlaub zu verschaffen. Das freie Jahr kann er/sie nutzen für Reisen, Fortbildungen, soziales Engagement, private Projekte oder Ähnliches. Ein Beispiel soll verdeutlichen, wie das Sabbatjahrmodell funktioniert: Eine vollbeschäftigte Lehrerin beabsichtigt, in naher Zukunft ihre Berufstätigkeit zu unterbrechen, um eine Weltreise zu unternehmen. Zu diesem Zweck vereinbart sie mit der zuständigen personalverwaltenden Stelle für die Dauer von insgesamt fünf Jahren eine Herabsetzung ihres Beschäftigungsumfanges um 20 Prozent. Weiterhin wird vereinbart, dass sie vier Jahre zu 100 Prozent bei einer Vergütung von 80 Prozent arbeitet und im letzten Jahr, also dem Jahr der Weltreise, unter Fortzahlung der Vergütung von 80 Prozent vom Dienst freigestellt wird.

Beim Sabbatjahr ist Folgendes zu beachten:

  • Die maximale Laufzeit des Sabbatjahrmodells beträgt acht Jahre.
  • Die Freizeitphase muss ein Jahr andauern und kann nur zusammenhängend und nur am Ende des Gesamtzeitraumes genommen werden.
  • Der Beginn der Anspar- und Freizeitphasen ist jeweils auf den Schuljahresbeginn zu legen.
  • Es ist nicht erforderlich, dass der Beschäftigte während der Ansparphase zu 100 Prozent tätig ist.
  • Eine Altersgrenze besteht nicht.
Schulsystem

Aufbau Schulsystem in Sachsen

Das neue Schulgesetz für den Freistaat Sachsen trat am 1. August 2018 in Kraft. Einzelne Teile (Bildungsempfehlung, Abiturregelungen) sind bereits vorab wirksam. Auch das neue Schulgesetz setzt auf Stetigkeit in den vorhandenen Schulstrukturen. Diese stabilen Schulstrukturen sind die Grundlage einer ständigen Qualitätsentwicklung des Unterrichtsprozesses und nicht ohne Grund ist das erfolgreiche sächsische Schulsystem mittlerweile zum Qualitätssymbol und zum Vorbild für andere Länder geworden.

Urlaub

Der Urlaub ist in der unterrichtsfreien Zeit (Schulferien) zu nehmen. Laut TV-L haben Beschäftigte in jedem Kalenderjahr Anspruch auf Erholungsurlaub unter Fortzahlung des Entgelts. Bei Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit auf fünf Tage in der Kalenderwoche beträgt der Urlaubsanspruch in jedem Kalenderjahr 30 Arbeitstage. Der Urlaub kann in Ausnahmefällen bei Langzeiterkrankung oder aus dienstlichen Gründen auf das Folgejahr übertragen werden. Antrittszeitpunkt muss spätestens der 31. März sein, aus dienstlichen oder gesundheitlichen Gründen ggf. der 31. Mai des Folgejahres. Vorjahresurlaub, der bis dahin nicht genommen worden ist, verfällt. Bei Langzeiterkrankten tritt der Verfall des Anspruches auf Urlaub erst fünfzehn Kalendermonate nach Abschluss des Urlaubsjahres (= Kalenderjahr) ein.

Versetzung

Eine Versetzung ist die vom Arbeitgeber veranlasste, auf Dauer bestimmte Beschäftigung bei einer anderen Dienststelle oder einem anderen Betrieb desselben Arbeitgebers unter Fortsetzung des bestehenden Arbeitsverhältnisses. Beschäftigte können aus dienstlichen oder betrieblichen Gründen versetzt werden. Sollen sie an eine Dienststelle außerhalb des bisherigen Arbeitsortes versetzt werden, so sind sie vorher anzuhören.

Versetzungen sind auch auf eigenen Wunsch möglich. Ein entsprechender Antrag ist möglichst bis zum Februar für das darauffolgende Schuljahr zu stellen. Bei länderübergreifendem Versetzungsantrag muss dieser mindestens sechs Monate vorher gestellt werden. Antragsformulare findest Du im Formularservice von www.schule.sachsen.de. Bei Versetzungen wird auf Antrag des Beschäftigten auch der Lehrerbezirkspersonalrat beteiligt.

Vorbereitungsdienst

Die schulpraktische Ausbildung im Vorbereitungsdienst findet in der Schule statt. Der dortige Schulleiter beauftragt einen Mentor, der auch in die inhaltlichen und organisatorischen Aufgaben des Klassenlehrers einführt, und einen weiteren oder mehrere weitere Mentoren für die jeweiligen Unterrichtsfächer, den Förderschwerpunkt oder die beruflichen Fachrichtungen. Zur Mentorentätigkeit kann jede Lehrkraft angewiesen werden, unabhängig von ihrer Berufserfahrung. Mentoren hospitieren je Unterrichtsfach oder beruflicher Fachrichtung in der Regel zwei Stunden wöchentlich. Jeder Mentor erstellt spätestens sechs Wochen vor dem letzten Unterrichtstag eine auf eigenen Beobachtungen und Unterrichtsbesuchen beruhende schriftliche Beurteilung des Lehramtsanwärters oder Studienreferendars und erteilt eine Note.

(Quelle: LAPO II vom 30.10.2016)